Kennst Du Deine dominante Hand?

Händig­keitstest & -beratung

Schön, dass Du Dich für das Thema der Händig­keits­testung & -beratung inter­es­sierst. Akutell befinde ich mich noch in der Ausbildung zur quali­fi­zierten Händig­keits­testung & – beratung bei Judith Bremer. Dennoch möchte ich Dir jetzt schon nach und nach einige Infor­ma­tionen zu diesem Thema zur Verfügung stellen.

Warum die Ausbildung nach Judith Bremer?

Meine Art der Händig­keits­testung

Eine Händig­keits­testung ist etwas, dass leider weder geschützt ist noch einheit­lichen Standards unterliegt. So findet z.B. leider immer noch der Edinburgh Händig­keitstest “Edinburgh Handedness Inventory” von 1971 Anwendung bei wissen­schaft­lichen Studien, wenn dort links- und rechts­händige Menschen diffe­ren­ziert werden sollen. Dieser Test ist allerdings eine reine Selbst­aus­kunft bestehend aus wenigen Fragen, die teilweise gar keinen Rückschluss auf die Händigkeit zulassen oder aber nach dem Handge­brauch von sogenannten Kultur­tech­niken fragen.

Zum Beispiel wird gefragt mit welcher Hand die Person schreibt. Die Antwort “mit rechts” wird als Hinweis auf Rechts­hän­digkeit genutzt. Tatsächlich ist es aber so, dass eben nicht nur rechts­händige Menschen mit rechts schreiben, sondern auch all jene links­hän­digen Menschen, denen es aufgrund unerkannter Links­hän­digkeit oder gar gezielter/bewusster Umschulung das Schreiben mit rechts beigebracht wurde. Ebenso verhält es sich mit Fragen nach dem Besteck­ge­brauch, der Verwendung der Schere usw.. Meiner Meinung nach ist diese Form der Händig­keits­testung völlig sinnlos und das Ergebnis hat keine große Aussa­ge­kraft, sondern eher ein hohes Risiko von Fehlein­schät­zungen.

Wenn bei Händig­keits­tes­tungen der Fokus auf einhändige Tätigkeiten gelegt und dann geschaut wird, welche Hand diese “besser” ausführt, kann man evtl. fehlge­leitet werden. Warum ist das so? Wenn längere Zeit und wiederholt bestimmte Tätigkeiten mit der nicht-dominanten Hand ausführt werden (mussten), ist irgendwann die nicht-dominante Hand so geübt, dass sie geschickter/schneller/genauer/… ist als die (ungeübte) dominante Hand. Das heißt also – gerade bei Erwachsenen aber auch bei Kindern – besteht bei dieser Vorge­hens­weise die Unsicherheit, ob die dominante oder vielleicht doch nur die geübtere Hand identi­fi­ziert wird.

Ich hab mit 38 Jahren selbst die Erfahrung einer angeblich unein­deu­tigen Testung machen dürfen. Die Begründung war damals, dass vieles für linkshändig spräche aber eben auch zu viele Dinge (alles Kultur­tech­niken) für rechts­händig. Das habe ich damals schon nicht verstanden. Die Händig­keits­testung nach Judith Bremer legt ihren Fokus mehr auf das Zusam­men­spiel beider Hände als auf einhändige Tätigkeiten. Außerdem werden Kultur­tech­niken deutlich geringer gewichtet als z. B. Spontan­be­we­gungen. Diese Kombination ist mir sehr wichtig und war der Grund, warum ich mich für diese Heran­ge­hens­weise und Ausbildung entschieden habe.

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